MESEO

 

Das Niedersächsische Kultusministerium hat zum 01.08.2005 einen von den Landkreisen Aurich und Leer sowie der Stadt Emden in Kooperation mit der Landesschulbehörde gestellten Antrag auf die Einrichtung eines dreijährigen Modellvorhabens zur präventiven und begleitenden Förderung von Grundschülern im emotionalen und sozialen Bereich genehmigt.

 

 

Das Modellvorhaben hat sich basierend auf dem im Antrag beschriebenen Grundkonzept am Standort Großefehn wie folgt weiterentwickelt:

 

 

Ausgangslage

 

Im Rahmen der vom Förderzentrum gesteuerten sonderpädagogischen Grundversorgung an den umliegenden Grundschulen wurde in den letzten fünfzehn Jahren seitens der Förderschullehrer versucht, nicht nur den Schülerinnen und Schülern mit einem Förderbedarf im Bereich Lernen gerecht zu werden, sondern auch die Schülerinnen und Schüler präventiv zu fördern, die Hilfe im Bereich der sozialen und emotionalen Entwicklung benötigen. Aufgrund der steigenden Zahl der Schülerinnen und Schüler, die diese Unterstützung benötigten und der gleich bleibenden Ressourcen der Förderschullehrkräfte entstand im Laufe der letzten Jahre ein immer größeres Missverhältnis zwischen dem, was bzw. wer gefördert werden müsste und dem, was bzw. wer gefördert werden kann.

 

Mit dem Modellversuch zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung in Ostfriesland (MESEO) und den damit enthaltenden Kapazitäten und Möglichkeiten war und ist die Hoffnung aller Beteiligten verbunden, die sich immer stärker auftuende Lücke in der Förderung schließen zu können.

 

 

Grundgedanken

 

Die Arbeit mit und am Modellvorhaben basiert auf folgenden Grundgedanken:

Es wird davon ausgegangen, dass

 

  1. sich soziales und emotionales Verhalten aufbauend weiterentwickelt,
  2. hinter jeder Form des Verhaltens eine Kontakt- bzw. Kommunikationsabsicht steckt (z. B. Hilferuf des Kindes),
  3. jede Form des Verhaltens immer in einem konkreten Rahmen stattfindet,
  4. präventive und integrative Maßnahmen grundsätzlich zuvorderst anzustreben sind.

 

 

Ziele

 

Schülerinnen und Schüler, die einen präventiven oder festgestellten Förderbedarf im emotionalen und sozialen Bereich zeigen, sollen so gefördert und unterstützt werden, dass

 

  1. sie ihre Kompetenzen im emotionalen und sozialen Bereich erweitern können.
  2. sich gegebenenfalls ihre häusliche Situation verbessert.
  3. sie soziale Beziehungen eingehen und halten können.
  4. sie erfolgreich an der Grundschule lernen können.

 

Somit soll verhindert werden, dass die betreffenden Schüler

 

  1. keine Wege finden, ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln.
  2. in einem nicht förderlichen häuslichen Umfeld leben müssen.
  3. vom sozialen Umfeld ausgeschlossen werden bzw. sich vom sozialen Umfeld ausschließen.
  4. neben der Verhaltensproblematik zusätzlich Probleme im Bereich des Lernens entwickeln.

 

 

Rahmenbedingungen

 

Überregional wurden folgende Rahmenbedingungen geschaffen:

Der Landkreis Aurich und das Land Niedersachsen gehen für dieses Modellvorhaben eine Kooperation ein. Stellvertretend für den Landkreis handelt das Jugendamt, für das Land die Landesschulbehörde, Außenstelle Aurich.

Es ist eine überregionale Lenkungsgruppe eingesetzt, zu deren Mitgliedern je ein Vertreter aus der Landesschulbehörde und des Jugendamtes und die Leiter der betreffenden Förderzentren gehören. In diesem Gremium finden regelmäßig Treffen statt.

 

Die wissenschaftliche Begleitung leistet die Universität Oldenburg.

Für die Arbeit im Modellvorhaben besteht regelmäßige Berichtspflicht.

Die Arbeit des Jugendamtes in den Familien setzt deren Einwilligung voraus; es sei denn, es liegt eine Verwahrlosung vor oder bei einem Kind besteht eine Gefahr für Leib und Seele.

 

Regional wurden folgende Rahmenbedingungen geschaffen:

Am Standort Großefehn übernimmt die Leitung des Förderzentrums die Steuerung und die Organisation des Modellvorhabens. Es nehmen alle Grundschulen, die auch bereits an die sonderpädagogische Grundversorgung angeschlossen sind, teil:

 

  • Grundschule Holtrop
  • Grundschule Mittegroßefehn
  • Grundschule Strackholt
  • Grundschule Spetzerfehn
  • Grundschule Wiesmoor Mitte
  • Grundschule Wiesmoor Süd
  • Grundschule Am Ottermeer

 

An den Grundschulen arbeiten jeweils ein Förderschullehrer sowie eine sozialpädagogische Kraft.

 

Für die sozialpädagogische Arbeit stehen den Grundschulen insgesamt Stunden im Umfang einer halben Sozialpädagogenstelle zur Verfügung. Die Sozialpädagogen teilen ihre Stunden je nach Bedarfslage zu, jeder Schule stehen aber zwei Stunden sicher zu.

 

Den Grundschulen stehen insgesamt 22 Schulstunden pro Woche für den Einsatz der Förderschullehrkräfte vor Ort zur Verfügung. Den Grundschulen wird ein festes Stundenkontingent von mindestens drei mit Förderschullehrkräften besetzten Schulstunden zugesichert. Die verbleibenden Ressourcen werden je nach Bedarf verteilt.

 

Zur Organisation der Arbeit stehen 4,5 Stunden zur Verfügung, die gegebenenfalls auch für die konkrete Arbeit auf die Grundschulen verteilt werden können.

 

 

Aufgaben

 

Die verbindliche und kontinuierliche Kooperation zwischen den Grundschulen und dem Förderzentrum sichern die Leitung des Förderzentrums und die Leitungen der jeweiligen Grundschulen.

Die Förderschullehrkräfte sowie die Sozialpädagogen stellen das frühzeitige Einsetzen von Hilfen für die Schüler mit präventivem sowie festgestelltem Förderbedarf im Bereich soziale und emotionale Entwicklung sicher. Ziel beider ist es, durch präventives Handeln einer Problemeskalation vorzubeugen, die zwangsläufig intensive Unterstützungsmaßnamen erfordern würde.

Weiterhin unterstützen die eingesetzten Förderkräfte die Grundschulen als Ganzes bei der Weiterentwicklung von einem schulischen Umfeld, das den Schülern die Möglichkeit bietet, sich im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung Kompetenzen anzueignen. Hierzu unterstützten sie zum Beispiel durch:

 

  • Beratung
  • Organisation von Fortbildungen

 

Weiterhin unterstützen die Förderschullehrkräfte die Gestaltung von Unterricht, in dem es auch Kindern mit Defiziten im emotionalen und sozialen Bereich ermöglicht wird, erfolgreich teilzunehmen ohne die Lerngruppe zu behindern. Hierbei sind beispielsweise folgende Formen der Hilfe möglich:

 

  • Teamteaching
  • Einzelförderung am Platz
  • Kleingruppenbetreuung
  • wechselseitige Unterrichtsbeobachtung
  • äußere und innere Differenzierung
  • Planung und Durchführung kleiner Unterrichtseinheiten mit sozialen und emotionalen Schwerpunkten

 

Die Förderschullehrkräfte können zusätzlich mit den einzelnen Kindern konkret arbeiten. Zum Beispiel indem sie:

 

  • Gespräche führen
  • an speziellen Verhaltensproblematiken arbeiten
  • Ziele setzen und reflektieren
  • Förderpläne erstellen
  • Diagnostik betreiben

 

Die Förderschulkräfte stellen auch die Feststellung und die Erfüllung des Förderbedarfs im emotionalen und sozialen Bereich sicher. Hierbei ist das Ziel eine integrative Beschulung. Dennoch ist der Wechsel an eine Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten nicht immer zu verhindern.

 

Weiterhin können die Förderschullehrkräfte die Grundschullehrer bei der Arbeit mit den Erziehungsberechtigten unterstützen.

Die Arbeit der Sozialpädagogen ist geprägt durch eigene sozialpädagogische Inhalte. Jede Hilfe ist abgestimmt auf die Bedürfnislage des jeweiligen Kindes und seiner Erziehungsberechtigten. Sie wird bedarfsgerecht entwickelt, daher unterscheiden sich die einzelnen Hilfsmaßnahmen in Intensität und Inhalt stark voneinander.

 

Neben der oben bei den Förderschullehrkräften genannten Aufgaben im gesamten schulischen Umfeld und der konkreten Arbeit am Kind stehen bei den Sozialpädagogen folgende Aufgabenfelder im Mittelpunkt ihrer Arbeit:

 

  • Verdeutlichung der vorhandenen Ressourcen im Familiensystem und beim Klienten.
  • Aufzeigen eines eventuell erzieherischen Bedarfs.
  • Aufdeckung von Ressourcen durch Einbeziehung des sozialen Umfelds.
  • Entwicklung von Toleranz im gesamten Lebensumfeld.
  • Beratung der Erziehungsberechtigten, der Grundschul- und Förderschullehrkräfte bezüglich außerschulischer Hilfen.
  • erzieherische Beratung der Erziehungsberechtigten.

 

 

Absprachen

 

Neben den bereits in den Rahmenbedingungen und in der Beschreibung der Aufgabenfelder enthaltenden Absprachen wurde vereinbart, dass jeder geförderte Schüler mittels eines Meldebogens erfasst wird. Zusätzlich soll für jeden betroffenen Schüler ein kleiner Förderplan geschrieben und die konkrete Arbeit in einem Förderprotokollbogen festgehalten werden. Diese Unterlagen werden im Zentrum von den Förderschullehrkräften und Sozialpädagogen in Ordnern abgeheftet und halbjährlich aktualisiert.

 

Zusätzlich soll halbjährlich eine Übersichtsliste geführt und im Zentrum abgegeben werden, in der die geförderten Schüler aufgelistet sind, die personelle Zuständigkeit eingetragen ist und Beginn und Ende der Förderung verzeichnet ist.

 

Im Zentrum finden mindestens vierteljährliche Treffen statt. Alle am Modellvorhaben Beteiligten sollten daran teilnehmen: die Leitung des Förderzentrums, die Leitungen der Grundschulen, Förderschullehrkräfte, Sozialpädagogen, interessierte Grundschulkollegen und bei Bedarf Vertreter des Landkreises und des zuständigen Jugendamtes.

 

Es finden regelmäßig überregionale Treffen eines Arbeitskreises MESEO unter der Leitung von Frau Ulla Waldeier-Frein statt, an denen Förderschullehrkräfte, Sozialpädagogen und Grundschullehrkräfte auf freiwilliger Basis teilnehmen können.

 

 

Ausblick

 

Das Modellvorhaben läuft mit dem Schuljahr 2007/2008 aus. Die konkrete Arbeit kann aber sehr wahrscheinlich fortgesetzt werden.

 

  • Für die zukünftige Arbeit sind folgende Arbeitsschwerpunkte angedacht:
  • Ausarbeitung eines Konzeptes für die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt.
  • Zusammenstellung einer Liste mit außerschulischen Hilfsangeboten.
  • Weiterentwicklung des aktuellen Konzeptes.
  • Intensivierung und Ausgestaltung der Meseo-Dienstversammlungen.
  • Erarbeitung von diagnostischen Mitteln (z.B. dem ELDiB).
  • Erweiterung und Ausschöpfung der Fortbildungsmöglichkeiten.
  • Intensivierung der Zusammenarbeit mit der zuständigen Schule für emotionale und soziale Entwicklung um Rückschulungen anzubahnen.
  • Neubestimmung der Bedarfslagen an den Grundschulen.
  • usw.

 

Kooperation der Förderschule mit anderen Bildungsträgern

 

Die David-Fabricius-Schule Großefehn ist das Förderzentrum für die Stadt Wiesmoor
und die Gemeinde Großefehn.

 

Auf Grundlage des Integrations- und Präventionsaspektes im Bildungsauftrag arbeitet
die David-Fabricius-Schule mit verschiedenen Bildungsträgern zusammen.

 

Sonderpädagogische Grundversorgung an den Grundschulen

 

Seit 1996 werden Kinder mit einem Förderbedarf im Bereich Lernen in den sieben Grundschulen der Stadt Wiesmoor und der Gemeinde Großefehn  im Rahmen der „Sonderpädagogischen Grundversorgung“ integrativ beschult.

 

 

Modell Emotionale und Soziale Entwicklung in Ostfriesland (MESEO)

 

Seit 2005 werden in den Grundschulen der Stadt Wiesmoor und der Gemeinde
Großefehn Kinder mit  individuellem Förderbedarf im Bereich emotionale und soziale Entwicklung integrativ von Förderlehrern der David-Fabricius-Schule gefördert. Dies Projekt wird von der Universität Oldenburg begleitet.

Sozialpädagogische Fachberatung:
Bei Anfrage bitte Frau Müller-Eschen kontaktieren.
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

 

 

Kooperation mit der GS Ottermeer

 

In dieser Grundschule werden Kinder mit Förderbedarf im Bereich geistige Entwicklung
von Förderlehrern der David-Fabricius-Schule integrativ beschult und Integration von Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Geistige Entwicklung an der

David-Fabricius-Schule.

 

Zielsetzung der Maßnahme:

 

  • Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Geistige Entwicklung können an der David-Fabricius-Schule (Förderschule mit Schwerpunkt Lernen) beschult werden. Es soll sich dabei um Schüler handeln, bei denen eine so positive Lernentwicklung zu erwarten ist, so dass lernen im Rahmen der Förderschule möglich ist.
  •  „Lernen unter einem Dach“: integrative und keine kooperative Beschulung. Dies setzt einen differenzierten Unterricht und spezielle Fördermaßnahmen voraus.
  • Durchlässigkeit zwischen den Förderschwerpunkten muss weiterhin möglich sein. Bei einer positiven Lernentwicklung muss eine Feststellung des veränderten Förderbedarfs erfolgen.

 

Pädagogisch-organisatorische Bedingungen

 

  • Schulträger für die Maßnahme ist auch der Landkreis Aurich
  • Einzugsbereich ist der Raum Wiesmoor und Großefehn
  • Aufnahme nur von Schülerinnen und Schüler ohne Schwerstmehrfachbehinderung
  • Aufnahme erfolgt in Absprache mit dem sonderpädagogischen Schulzweig der Grundschule am Ottermeer
  • angestrebter Beginn: Schuljahr 2009/2010
  • schriftliches Einverständnis der Erziehungsberechtigten liegt vor
  • Transport der Schülerinnen und Schüler muss individuell erfolgen und evtl. finanziert werden
  • Klassenstärke ist geringer als im reinen LE-Klassen (10+2)
  • Unterricht muss sich an den individuellen Förderplänen orientieren
  • Stundenzuweisung mit pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist erforderlich
  • Schulzeitverlängerung muss möglich sein
  • im Anschluss daran: Aufnahme in den Trainings- und Eingangsbereich der WfbM oder in Berufsorientierungsklassen der BBS.
  • angestrebt ist ein Ganztagsangebot in Begleitung pädagogischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

 

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